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Press Archive 1980

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Fürther Nachrichten, 1980, BERND NOACK

 

Frohe Weltfremdheit

Roland Nickel stellt in der Galerie am Theater aus – Puzzlespiele in Bildern

Eines der „Puzzle-Werke“ von Roland Nickel.

Südseestimmung in der Fürther Innenstadt: die Galerie am Theater zeigt mit Roland Nickel einen Maler, dessen „Weltfremdheit“ in Farbe und Motiv erfrischend fröhlich zur Geltung kommt.

 

Schon beim ersten Blick, der sich nicht mit Motiv und Aussage beschäftigt, hat man aufgrund der ungemein sicher und gefühlvoll gesetzten Farben einen Eindruck gewonnen, der durch die nähere Beschäftigung nurmehr bestätigt wird: keine Alternative im heutigen Sinn, kein Abhauen in ein und die selbe Richtung, also keine Flucht von sich und der ach so grausamen Umwelt; da geben aber schöne Rastpunkte, Ruhepausen, ein buntes Treiben, naiv betrachtet, unkompliziert und vielschichtig.

 

Das lebendige und bunte, das Bild als Aktionsfeld für Reales und Nicht-Greifbares, das Bild als Gegenstück zur Umwelt. Wie Puzzlespiele präsentiert Nickel seine Arbeiten, versteckt Gesichter in Landschaften, malt Menschenkörper mit Tierköpfen, Fabelwesen in unmöglichen Gegenden. Man muß suchen bei ihm, jedoch nicht krampfhaft nach konstruktiver Lebenskritik, sondern eben das Gegenteil: nach Momenten, Figuren und Handlungen die jedermann imstande wäre zu erfahren.

 

Man begleitet Nickel gern auf seinem „Spaziergang durch den Wienerwald“ und muß dann resümieren, daß es lustig und lehrreich war, die Welt einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und ob er jetzt mit Aquarellfarben verschwommen, aber durch klare Konturen und Abgrenzungen verschleiert realistisch malt oder ob er alte Stehlampen aus den 50iger Jahren mit mopp-ähnlichen Wollbüscheln versieht und dies alles als grüne, gelbe, blaue oder rosane Palme deklariert, eines gilt für alle seine Arbeiten: auch dies ist eine Art von Kritik – und womöglich die wirksamere.